Menschenrechte Südostasien - Myanmar Thailand Kambodscha Vietnam Laos

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zur Menschenrechtssituation in den Ländern des südostasiatischen Festlandes. Aber da die besten Informationen nichts nutzen, wenn sie nicht in praktische Hilfe umgesetzt werden, haben Sie von dieser Seite aus auch Zugriff auf die aktuellen Aktionen amnesty internationals zu dieser Region, namentlich zu den:

- längerfristigen Aktionen
- urgent actions (kurzfristigen Aktionen) und den
- "Briefen gegen das Vergessen" zu Gefangenen dieser Länder

Und vielleicht bekommen Sie ja sogar Lust, regelmäßig bei amnesty international mitzuarbeiten. Wir sind eigentlich ständig auf der Suche nach engagierten Mitarbeitern, die ihre speziellen Fähigkeiten in die Gruppenarbeit einfließen lassen.

Nguyen Van Dai befindet sich seit über einem Jahr in Untersuchungshaft © Amnesty International

Unterschriftensammlung noch bis 30. Januar 2017: Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai seit über einem Jahr in Untersuchungshaft

9. Januar 2017 - Der vietnamesische Menschenrechtsanwalt Nguyễn Văn Đài wurde am 16. Dezember 2015 wegen "Verbreitung von Propaganda gegen den Staat" festgenommen. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft und läuft Gefahr, gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden.

Nguyễn Văn Đài wurde am Morgen des 16. Dezember 2015 festgenommen. Er befand sich gerade auf dem Weg zu einem Treffen mit Vertreter_innen der Europäischen Union (EU), die sich anlässlich des am 15. Dezember stattfindenden Menschenrechtsdialogs zwischen der EU und Vietnam in Hanoi aufhielten. Sicherheitskräfte durchsuchten die Wohnung von Nguyễn Văn Đài und beschlagnahmten persönliche Gegenstände wie z. B. Computer, Telefone und Unterlagen. Er befindet sich nun für vier Monate im B-14-Gefängnis in Hanoi in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, unter Verstoß gegen Paragraf 88 des Strafgesetzbuchs "Propaganda gegen den Staat" verbreitet zu haben. Die viermonatige Untersuchungshaft kann weiter verlängert werden. Sollte Nguyễn Văn Đài unter Paragraf 88 angeklagt und verurteilt werden, drohen ihm zwischen 3 und 20 Jahre Haft.

Nguyễn Văn Đài ist ein sowohl in Vietnam als auch international bekannter Menschenrechtsanwalt, der in der Vergangenheit bereits als gewaltloser politischer Gefangener festgehalten wurde. Er gründete 2006 die regierungskritische "Menschenrechtskommission in Vietnam" - mittlerweile umbenannt in "vietnamesisches Menschenrechtszentrum" - und war einer der Erstunterzeichner der Online-Petition "Freiheit und Demokratie für Vietnam", die von mehreren tausend Personen unterschrieben wurde. Im März 2007 hielt Nguyễn Văn Đài einige Workshops und Seminare für Studierende zum Thema Menschenrechte ab. Daraufhin wurde er festgenommen, gemäß Paragraf 88 angeklagt und zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung im März 2011 nahm er seine Menschenrechtsarbeit wieder auf. Im April 2013 gründete er das Online-Diskussionsforum "Bruderschaft für Demokratie" (Brotherhood for Democracy).

Nguyễn Văn Đài läuft Gefahr, in Haft gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden. Menschenrechtsverteidiger_innen, gegen die in Vietnam strafrechtliche Vorwürfe erhoben worden sind, werden während der Untersuchungshaft bzw. in der Ermittlungsphase häufig unmenschlich behandelt.

Bitte beteiligen Sie sich an unserer Unterschriftenaktion. Eine Petitionsliste kann hier heruntergeladen werden.

116 Unterschriften für Luu Van Vinh und Nguyen Van Do

09. Januar 2017 - Die beiden Demokratie-Aktivisten Lưu Văn Vịnh und Nguyễn Văn Đức Do sind am 6. November 2017 zusammen mit weiteren Personen festgenommen worden. Es ist Anklage gegen sie gemäß Paragraf 79 des vietnamesischen Strafgesetzbuchs wegen "Aktivitäten, die den Sturz der Regierung zum Ziel haben", erhoben worden. Beide Männer werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und befinden sich in Gefahr, gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden.

Wir haben die Unterschriften am 9.1.2017 nach Vietnam an Premierminister Nguyen Xuan Phuc gesendet. Vielen Dank, dass Sie sich an dieser Urgent Action beteiligt haben.

Illustration zur Darstellung der Einzelhaft für den Titel des Rechercheberichts© Colin Foo

Folter und Misshandlung von Gewissensgefangenen in Vietnam

Januar 2017 - Vietnam hat im Februar 2015 das UN-Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (UNCAT)ratifiziert. Ein aktueller Report von amnesty international informiert über die Situation von Gewissensgefangenen in vietnamesischen Gefängnissen. Sie können ihn hier herunterladen.

"Nachdem sie mich verhafteten, warfen sie mich für 10 Monate in eine dunkle Zelle (...) Ich kann schwer abschätzen, wie oft sie mich geschlagen haben, sie taten es, wann immer sie wollten (...) Sie sagten mir, es sei auf Grund aller meiner Verbrechen. Aber alles, was ich tat war demonstrieren, um Freiheit, Landrechte und Gleichberechtigung der Religionen zu bitten (...) Sie sagten mir, dass ich im Gefängnis sterben würde, dass ich in dieser Zelle sterben würde und meine Familie davon niemals erfahren würde."
Dar (Pseusonym), Gewissensgefangener einer ethnischen und religiösen Minderheit

Dieser Report basiert auf einer Serie von Interviews, die von Amnesty International mit 18 ehemaligen Gefangenen durchgeführt wurden, davon sieben weiblich und elf männlich, die alle in den letzten fünf Jahren freigelassen wurden. Diese Frauen und Männer beschreiben entsetzliche Zustände in den Haftanstalten und Gefängnissen und berichten von einer brutalen Behandlung durch Polizei und Gefängnispersonal. Sie beschreiben ein System von Missbrauch während ihrer Haftzeit; in vielen Fällen wurde vor allem vor ihren Prozessen Druck auf die Häftlinge ausgeübt, weil die Behörden versuchten, ein Geständnis zu erpressen. Aber häufig hielt der Druck während der gesamten Haftzeit bis zur Entlassung an.

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