Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zur Menschenrechtssituation in den Ländern des südostasiatischen Festlandes. Aber da die besten Informationen nichts nutzen, wenn sie nicht in praktische Hilfe umgesetzt werden, haben Sie von dieser Seite aus auch Zugriff auf die aktuellen Aktionen amnesty internationals zu dieser Region, namentlich zu den:
- längerfristigen Aktionen des Regionalen Aktionsnetzes
- urgent actions (kurzfristigen Aktionen) und den
- "Briefen gegen das Vergessen" zu Gefangenen dieser Länder
Und vielleicht bekommen Sie ja sogar Lust, regelmäßig bei amnesty international mitzuarbeiten. Wir sind eigentlich ständig auf der Suche nach engagierten Mitarbeitern, die ihre speziellen Fähigkeiten in die Gruppenarbeit einfließen lassen.
Der Amnesty International Jahresreport 2012 ist da!
Am 23. Mai erscheint der neue Amnesty International Jahresbericht 2012. Er dokumentiert die Menschenrechtssituation in über 150 Staaten.
Immer mehr Menschen nutzen weltweit die neuen Kommunikationstechnologien in vielfältiger und innovativer Weise, um ihrer Forderung nach einem Leben in Würde Nachdruck zu verleihen. Der aktuelle Report zeigt, dass die am schwersten von Menschenrechtsverletzungen Betroffenen die treibende Kraft im Kampf um die Durchsetzung der Menschenrechte sind. Ihre Entschlossenheit und Beharrlichkeit macht es den Machthabenden zunehmend schwerer, den Ruf nach grundlegenden und unumkehrbaren Reformen zu ignorieren.
Amnesty International wurde 1961 von dem britischen Rechtsanwalt Peter Benenson gegründet. Heute zählt die überparteiliche und unabhängige Organisation mehr als 1,8 Millionen Mitglieder und Unterstützer in über 150 Staaten. Amnesty International hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Rahmen ihrer Arbeit zur Förderung aller Menschenrechte schwerwiegende Verletzungen der Rechte auf körperliche und geistige Unversehrtheit, auf freie Meinungsäußerung und auf Freiheit von Diskriminierung aufzudecken und zu beenden.
Vietnam: Nguyen van Ly
1. Mai 2012 - Der katholische Priester und engagierte Demokratieverfechter Nguyen Van Ly verbüßt wegen "Propaganda gegen die Sozialistische Republik Vietnam" eine achtjährige Gefängnisstrafe. Nach Ableistung der Freiheitsstrafe muss er noch weitere fünf Jahre in Hausarrest verbringen - so lautet das gegen ihn verhängte Urteil. Während des Gerichtsverfahrens im Jahr 2007 hatte er keinen Rechtsbeistand und wurde von Wachleuten im Gerichtssaal geknebelt und misshandelt.
Amnesty International hat den Fall im Mai 2012 für seine "Briefe gegen das Vergessen" ausgewählt. Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den vietnamesischen Außenminister, in denen Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung von Nguyen Van Ly fordern. Erklären Sie, dass Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet, der allein deswegen in Haft gehalten wird, weil er seine Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit wahrgenommen hat. Bitten Sie darum, dass Nguyen Van Ly die erforderliche medizinische Versorgung erhält, solange er sich noch in Haft befindet.
Lesen Sie die vollständige Dokumentation: Nguyen Van Ly - Briefe gegen das Vergessen
Vietnam: Blogger droht lange Haftstrafe
16. April 2012 - Nguyen Hoang Hai, in der Bloggerszene auch als Dieu Cay ("das Sprachrohr der Kleinbauern") bekannt, befindet sich seit 2008 in Haft und wird in Kürze wegen "Propaganda gegen den Staat" vor Gericht gestellt. Sein Rechtsbeistand durfte ihn vor Kurzem besuchen und berichtete, Nguyen Hoang Hai sei krank und habe viel Gewicht verloren.
Nguyen Hoang Hai ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der sich nur wegen der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung in Gewahrsam befindet. Er soll am 17. April vor Gericht gestellt werden und könnte zu einer Haftstrafe zwischen drei und 20 Jahren verurteilt werden. Nguyen Hoang Hai wurde im April 2008 festgenommen und befindet sich seitdem in Haft. Die gegen ihn im September 2008 aus politischen Gründen wegen Steuerhinterziehung verhängte Gefängnisstrafe von 30 Monaten ist bereits seit Oktober 2010 abgelaufen, freigelassen wurde er jedoch nicht. Die Behörden teilten seiner Familie vielmehr mit, er werde aufgrund laufender Ermittlungen wegen des Verdachts der "Propaganda gegen den Staat" weiterhin in Haft gehalten.
Amnesty International hat wegen dieses Falls eine Urgent Action gestartet. Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Vietnamesisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. Mai 2012 keine Appelle mehr zu verschicken. Lesen Sie mehr darüber hier.
Hintergrundinformationen zu Nguyen Hoang Hai finden Sie in der Rubrik "Dissidenten in Haft"
Kambodscha: Morddrohung gegen Ros Bopha
13. April 2012 Die Kambodschanerin Ros Bopha musste untertauchen, nachdem sie Proteste gegen die Lebensbedingungen an ihrem neuen Wohnort angeführt hatte. Die Betroffenen waren aufgrund eines Projekts zur Instandsetzung der Schienenwege aus ihrer Heimat in das über zwanzig Kilometer von der Hauptstadt Phnom Penh entfernte Trapeang AnhChanh umgesiedelt worden. Ros Bopha hat eine Morddrohung erhalten und könnte festgenommen werden.
Am 10. April soll sich eine Delegation aus BeamtInnen der örtlichen und kommunalen Behörden, der Polizei und des Interministeriellen Ausschusses für Umsiedlungen (Inter-Ministerial Resettlement Committee - ICR) auf den Weg zum Haus von Ros Bopha gemacht haben, um sie aufgrund von Anschuldigungen wegen Diebstahls festzunehmen. Sie fanden sie jedoch nicht in ihrem Haus vor. Nach der Rückkehr von Ros Bopha sollen der Gemeindevorsteher und seine UnterstützerInnen erneut gegen sie vorgegangen sein. Scheinbar versammelten sie sich in zwei aufeinanderfolgenden Nächten vor dem Haus von Ros Bopha, tranken Alkohol, warfen Steine auf die Kambodschanerin und schrieen sie an. Seit diesem Vorfall ist Ros Bopha mit ihrer Familie untergetaucht.
Lesen Sie die vollständige urgent action unter: UA-105/2012 Index: ASA 23/005/2012 Kambodscha: Morddrohung
Vietnam: Gewerkschafter unter Hausarrest - Petition zum 1. Mai 2012
12. April 2012 - Tran Quoc Hien und Doan Van Dien sind führende Mitglieder der unabhängigen Gewerkschaft "United Workers-Farmers Organization" (UWFO). Die UWFO setzt sich für das Recht ein, frei von staatlicher Einflussnahme Gewerkschaften gründen und sich ihnen anschließen zu dürfen. Sie fordert angemessene Entschädigungen für Menschen, deren Land und Vermögen widerrechtlich von Behörden beschlagnahmt wurde sowie ein Ende der Ausbeutung billiger Arbeitskräfte und gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen. Beide Gewerkschafter wurden wegen "Propaganda gegen den Staat" und "Störung der Sicherheit" zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie wurden im Frühjahr 2012 nach Ablauf der Haftzeit aus dem Gefängnis entlassen, stehen nun aber noch mehrere Jahre unter Hausarrest.
Mit dieser Petition fordern wir, dass Tran Quoc Hien und Doan Van Dien unverzüglich aus dem Hausarrest entlassen werden, da sie willkürlich ihrer Freiheit beraubt werden.
Sie können die Petition im Downloadbereich herunterladen.
Weitere Hintergrundinformationen zur Situation der Gewerkschaften in Vietnam sowie zu den einzelnen Personen finden Sie unter der Rubrik Vietnam/Gewerkschaften
Myanmar: Luc Besson verfilmt die Lebensgeschichte von Aung San Suu Kyi
15. März 2012 - Meisterregisseur Luc Besson verfilmte mit "The Lady" die Lebensgeschichte von Aung San Suu Kyi. In "The Lady" wird Actionstar Michelle Yeoh zu Suu Kyi - rein optisch wie auch im Herzen der Zuschauer: Jahrelang hat sich die Schauspielerin mit nichts anderem beschäftigt als mit ihrer Suu-Kyi-Werdung. Sogar die halsbrecherische Landessprache Myanmars hat sie gepaukt. Das überrascht nicht: "Use your feelings to promote ours" habe ihr Suu Kyi bei dem einzigen Treffen mit auf den Weg gegeben, erzählt Yeoh dem Amnesty Journal.
Das Unglaubliche: Zum Abschluss der Dreharbeiten wird Suu Kyi freigelassen. Und in jüngster Zeit überschlagen sich gar die Nachrichten - von einer Mitarbeit in der Regierung von Präsident Thein Sein, von einem Demonstrationsrecht und der Zulassung von Parteien ist die Rede. Im Oktober 2011 kamen im Zuge einer Amnestie einige Häftlinge frei, sogar der zu 35 Jahren Haft verurteilte Komiker Zarganar war darunter.
Lesen Sie den vollständigen Bericht über diesen Film: Mehr als ein Film
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