Laos: festgenommen:
zwei Personen unbekannten Namens
Inzwischen ist bekannt geworden, dass zwei Personen am bzw. nach dem 7. Juni 2000 nahe des Morgenmarktes in der laotischen Hauptstadt Vientiane wegen des Verdachts festgenommen worden sind, an einem Bombenanschlag auf einen Bus beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Sprengstoffattentat waren am 6. Juni 2000 zwei Menschen ums Leben gekommen. Berichten zufolge hat ein Vertreter des laotischen Innenministeriums bestätigt, dass zwei Personen inhaftiert wurden, ohne ihre Namen zu nennen.
Da amnesty international verlässliche Meldungen über die in Laos weit verbreitete Praxis der Folter und Misshandlung von Gefängnisinsassen und Personen in Polizeigewahrsam vorliegen, fürchtet die Menschenrechtsorganisation um die Sicherheit der beiden inhaftierten Personen. Seit März 2000 sind sechs Sprengstoffanschläge aus Laos gemeldet worden, davon sollen fünf in Vientiane verübt worden sein. Die Behörden des Landes haben inzwischen eingeräumt, dass es Bombenattentate gegeben hat und gleichzeitig neue Sicherheitsmaßnahmen insbesondere an Touristenzielen angekündigt.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
In Laos wird die Regierung von der Laotischen Revolutionären Volkspartei, der einzigen zugelassenen Partei, kontrolliert. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungs- sowie Vereinigungsfreiheit ist in Laos stark eingeschränkt. Opposition gegen die Regierung ist selbst in Form friedlicher öffentlicher Versammlungen nicht erlaubt. Die Behörden üben eine strenge Kontrolle über die Medien, religiöse Organisationen und Gewerkschaften aus. Weder gibt es regierungsunabhängige lokale Menschenrechtsorganisationen, noch dürfen internationale Menschenrechtsbeobachter in das Land einreisen. Im Oktober vergangenen Jahres waren mindestens fünf Personen festgenommen worden, die eine öffentliche Protestkundgebung durchführen wollten (siehe UA 289/99). Ihr Schicksal und ihr Aufenthaltsort sind seitdem unbekannt.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe, Telegramme oder Luftpostbriefe, in denen Sie
APPELLE AN:
Sisavath Keobounphanh, Premier Ministre, Conseil des Ministres, Vientiane, DEMOKRATISCHE VOLKSREPUBLIK LAOS (Premierminister - korrekte Anrede: Monsieur le Premier Ministre)
Telegramm: prime minister, vientiane, laos
Telefax: (00 856) 21-213 650
Somsavat Lengsavat, Ministre de l'Extérieur, Ministère de l'Extérieur, Vientiane, DEMOKRATISCHE VOLKSREPUBLIK LAOS (Innenminister und Vizepremierminister - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre)
Telegramm: prime minister, vientiane, laos
Telefax: (00 856) 21-414 009
Général-Major Asang Laoli, Ministre de l'Intérieur, Ministère de l'Intérieur, Vientiane, DEMOKRATISCHE VOLKSREPUBLIK LAOS (Innenminister - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre)
Telegramm: interior minister, vientiane, laos
KOPIEN AN:
Kanzlei der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Laos
Am Lessing 6, 53639 Königswinter
Telefax: (02223) 30 65 - (S.E. Herrn Phanethong Phommahaxay)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Laotisch, Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in urgent actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Juli 2000 keine Appelle mehr zu verschicken.
FURTHER RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/faxes/express/ airmail letters in Lao, English or French or in your own language:
-appealing to the Lao authorities to ensure that the two people arrested on or after 7 June 2000 on suspicion of involvement in a bomb attack on 6 June 2000 are not subjected to torture or ill-treatment in police custody;
-urging that the suspects be allowed access to family members, medical personnel and legal assistance;
-recognizing the threat to public security posed by the recent bomb attacks in Laos, but emphasizing that fundamental human rights of detainees must be upheld;
-asking to be kept informed of any developments in the case.