Menschenrechte Südostasien - Myanmar Thailand Kambodscha Vietnam Laos

Am 11. November 2008 wurde die Bloggerin und unabhängige Journalistin Pham Tanh Nghien festgenommen. Der unmittelbare Grund ihrer Verhaftung war, dass sie zwei Protesttransparente, auf denen sie die Haltung der Regierung zu Grenzfragen mit China kritisierte, an ihrem Haus angebracht hatte und Photos dieses Protests ins Internet stellte. Ihre Festnahme steht im Zusammenhang mit Razzien gegen friedliche Dissidenten im August und September 2008. Die Anklagepunkte, die zu ihrer Verhaftung führten, wurden jedoch vor der Gerichtsverhandlung im Januar 2010 fallengelassen. Sie wurde schließlich aufgrund ihrer regierungskritischen Beiträge und Interviews in ausländischen Medien zu vier Jahren Gefängnis und anschließenden drei Jahren Hausarrest verurteilt. Das Gericht der nordvietnamesischen Stadt Haiphong berief sich bei der Urteilssprechung auf den Paragraph 88 des vietnamesischen Strafgesetzes, wonach sich Pham Tanh Nghien der „Propaganda gegen die Sozialistischen Republik Vietnam“ schuldig gemacht haben soll. Bei der nur einen Tag dauernden Verhandlung waren ausländische Medienvertreter und Diplomaten sowie Familienmitglieder der Angeklagten nicht zugelassen.

Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme 2008 litt Pham Tanh Nghien Berichten zufolge an heftiger Migräne, die in direktem Zusammenhang mit Schlägen stehen soll, die ihr durch örtliche Behörden nahe ihres Wohnhauses zugefügt wurden. Da die Familienmitglieder sie bisher nicht besuchen durften, gibt es keine aktuellen Informationen über ihren Gesundheitszustand.

Human Rights Watch verlieh Pham Tanh Nghien im Jahre 2008 eine Auszeichnung für ihr engagiertes Eintreten für Demokratie.

Quellen:

news.bbc.co.uk/2/hi/8486647.stm

www.petition2congress.com/2/2908/justice-pham-thanh-nghien/

www.ifex.org/vietnam/2009/04/13/imprisoned_writers_nguyen_hoang/